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Photo: Kimmo Brandt
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23.02.2012
 Helsinki Digital

Bild: Tekes_Anton-KallandWeltweit kennt man Helsinki ebenfalls als Hauptstadt von Nokialand. Die Einwohner nutzen die Handys nicht nur als Telefon, sondern zunehmend auch als Kamera bzw. Videokamera. Mit den neuesten Smartphones, die kleine Minicomputer sind, checken sie ihre E-Mails, surfen im Internet oder benutzen diese als Zeitplaner. Es gibt 8,4 Mio. Handyverträge in Finnland. 

Das Mobiltelefon ist im digitalen Zeitalter eines der wichtigsten Arbeitsmittel eines Bürgers neben dem Laptop sowie dem neuen Netbooks. Die Schnelligkeit der Internetanschlüsse wächst rapide. Im 2010 gab es in Finnland 3,2 Mio. Breitbandanschlüsse. Die finnische Regierung verfolgt das Ziel, die finnischen Haushalte, vor allem in Helsinki, mit Anschlüssen mit 100 MB-Übertragung bis zum Jahr 2015 auszustatten (mehr unter http://www.lvm.fi).

Digitale Haushalte

Die Haushalte in Helsinki sind schnell digitalisiert worden. Eine Digibox macht es beispielsweise möglich, dass eines der Kinder in der Familie fern sieht, ein anderes schaut einen Film auf DVD am Computer und das dritte spielt gleichzeitig mit einer Spielkonsole. Die Eltern wiederum genießen die Halb-Neun-Nachrichten im Internet, nachdem die Kinder ins Bett gegangen sind. Das digitale Heim hat einen Plasmafernseher und ein Home Theater. Das Internet wird immer mehr in die tägliche Routine eingebunden.

Finnische Kinder sind daran gewöhnt, das Internet zu benutzen. Der Internetanbieter Sulake aus Helsinki hat mit seinem Kinderprogramm Habbo Hotel bereits 200 Millionen registrierte Benutzer in 150 Ländern erreicht. Tausende Benutzer können gleichzeitig in dem Programm mitspielen. 

Eine andere finnische Erfolgsgeschichte im Bereich Online-Spiele ist Angry Birds. Angry Birds ist ursprünglich ein Handy-Spiel, das von finnischer Spielfirma Rovio entwickelt und im 2009 veröffentlicht wurde. Bis heute ist Angry Birds über 500 Millionen mal heruntergeladen worden, überall in der Welt.

Jugendliche in Helsinki verbringen viel Zeit in der finnischen Netzprovider IRC-Galerie, die eine typische Online-Plattform von Web-Community bzw. von Web 2.0 präsentiert. Zwei Drittel aller jungen Einwohner Helsinkis haben ein eigenes Profil in der IRC-Galerie. Facebook und andere soziale Netzwerke gehören zum Alltag etwas älterer Einwohner.

Neue technologien im Service

Die finnische Fluggesellschaft Finnair hat ihr letztes Ticketbüro in der Stadt im Herbst 2008 geschlossen, weil die Flugtickets hauptsächlich via Internet geordert werden. Auch benutzen die meisten Einwohner die von allen Banken angebotenen Internetservices, anstatt eine Filiale zu besuchen. Auch Kinotickets werden immer häufiger im Internet statt an der Abendkasse gekauft.

Die Stadt Helsinki ist bestrebt, in den kommenden Jahren die kommunalen Internetangebote zu optimieren, vor allem durch Verbesserung der Erreichbarkeit der öffentlichen Dienste sowie durch eine erhöhte Benutzerfreundlichkeit. Neben den gewöhnlichen Informationen und den herunterladbaren Formularen können verschiedene Anträge auch online eingereicht werden. Zum Beispiel können städtische Mietwohnungen und Kindergartenplätze schon im Internet beantragt sowie die Anmeldung zur Hundesteuer ausgefüllt werden. Die Anmeldung für Sport- und Kulturkurse der Stadt können ebenso online erfolgen.

Auch der Online-Service der Bibliotheken ist beliebt. In der Haupstadtregion haben die Bibliotheken einen gemeinsamen Online-Katalog, wodurch Benutzer zum Beispiel die Leihfrist verlängern und Title reservieren können. Im 2010 hatte das Online-Portal der Bibliothene 6,8 Millionen Benutzer. 

Das digitale Helsinki wäre allerdings nichts ohne Linus Torvald, den ehemaligen Studenten der Helsinki Universität, der weltweit als Vorbild der finnischen, digitalen Welt berühmt geworden ist. Das von ihm entwickelte LINUX-Betriebssystem steht als Ikone für das Open Source-Prinzip. Heute lebt und arbeitet Linus Torwald in Portland, USA.

Seit Herbst 2008 können die Sitzungen des finnischen Parlaments sowie die des Europarlaments im Internet verfolgt werden. Ab Anfang 2009 kann man Sitzungen des Stadtrats von Helsinki online live verfolgen; diese sind auch im Internet abrufbar unter www.helsinkikanava.fi. Hierbei erhalten die Stadtbürger eine ganz neue Möglichkeit, sich über Entscheidungsprozesse der Stadt zu informieren, sich an ihnen zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern.

Helsinki informiert seine Einwohner aber nicht nur im Internet, sondern auch via elektronische Infotafeln in Einkaufszentren, Bussen sowie Straßenbahnen. Per Handy kann man einen Fahrschein für die Straßenbahn kaufen oder den Fahrplan lesen. Die digitale Revolution schreitet stark voran und verbessert weiter den Alltag der Stadtbewohner.

Im 2006 haben Großunternehmen der Digitalbranche und der öffentliche Sektor in Helsinki sich zusammengeschollen und das Forum Virium gegründet. Forum Virium strebt danach, neuartige und benutzerfreundliche digitale Services und Inhalte zu konzipieren und auf den Markt zu bringen. Die wichtigsten Projektgebiete des Forum Virium umfassen digitale Dienstleistungen für Verkehr, Ausbildung, Gesundheit, Handel und für Privathaushalte sowie die Mehrkanalverteilung von digitalen Inhalten. Ein interessantes Projekt ist z.B. Urbanflow Helsinki, das danach strebt, mit der Hilfe von Open Data von der Stadt Helsinki, neue, operative Systeme zu entwicklen, die den Bürgern im Alltag helfen.

Im Stadtteil Arabianranta befindet sich die schwedische Fachhochschule Arcada, an der man in digitalen Medien ausgebildet werden kann. Hier wird u. a. Kabel-TV Dina produziert und gesendet. Die neue AALTO-Universität, ein Zusammenschluss der Wirtschaftshochschule, der Universität für Kunst und Design sowie der technischen Hochschule, wird die Weltspitze des digitalen Könnens präsentieren. Die finnischsprachige Fachschule Metropolia gehört ebenfalls zu den Spitzenreitern.
 

Bild: Tekes, Anton Kalland


03.11.2011




 
   
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