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Photo: Kimmo Brandt
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23.02.2012
 Helsinki Gestern und Heute

Schwedische Herrschaft

Helsinki wurde vom schwedischen König Gustav Wasa im Jahre 1550 am Ufer des Vantaa-Flusses gegründet. Er befahl, dass alle Einwohner von Rauma, Ulvila, Porvoo und Tammisaari in die neue Hauptstadt umziehen mussten.

Ziel der neuen Stadt war es, mit Tallin (auf Deutsch Reval) am gegenüberliegenden Ufer des finnischen Meerbusens bei Geschäften mit Russland zu konkurrieren. Tallin wurde allerdings bald ein Teil Schwedens, was wiederum die Entwicklung von Helsinki verlangsamte. Für die Verbesserung des Hafens wurde die Stadt erneut umgesiedelt. Wo heutzutage der Stadtteil Kruununhaka liegt, entstand das neue Helsinki.

In den ersten 200 Jahren war Helsinki eine normale Kleinstadt. Die Bedeutung der Stadt stieg jedoch im Jahr 1748 als Schweden in Folge kriegerischer Auseinandersetzungen die östlichen Gebiete an Russland verlor. An der Küste direkt vor Helsinki wurde mit den Bauarbeiten für eine Festungsinsel begonnen, um den östlichen Teil des Königreichs zu schützen. Die Festungsinsel mit dem Namen Suomenlinna (Sveaborg auf schwedisch) gehört zu den größten Europas. Bald wurde sie auch das „Gibraltar des Nordens“ genannt. Heute gehört die Festungsinsel zum UNESCO- Weltkulturerbe.

Autonomes Großfürstentum des russischen Zaren

Nach dem Krieg zwischen Schweden und Russland wurde Finnland 1809 russisches autonomes Großfürstentum; drei Jahre später wurde Helsinki Hauptstadt des Großfürstentums. Zu dieser Zeit entstand u. a. das historische Empire-Zentrum am Dom.

Im 19. Jahrhundert wuchs Helsinki schnell zu einer modernen europäischen Stadt heran. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überschritt die Einwohnerzahl von Helsinki die 100.000er-Marke.

Die Hauptstadt des unabhängigen Finnlands

Nach der Unabhängigkeit Finnlands im Jahr 1917 wurde Helsinki die Hauptstadt des Landes.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Helsinki durch die Sowjetunion stark bombardiert. Dank einer effektiven Luftabwehr trafen allerdings nur 5 % der Bomben das Stadtgebiet; die Schäden blieben gering: Bei 1.500 Bombardements starben 150 Personen; insgesamt wurden nur rund 100 Häuser zerstört.

Helsinki nach dem Zweiten Weltkrieg

Am Ende des Krieges 1944 hatte Helsinki 275.000 Einwohner. Das starke Bevölkerungswachstum forderte regionale Lösungen für neue strukturelle Vorhaben. Im Jahr 1946 wurden die Gemeinden Huopalahti, Oulunkylä, Kulosaari, die Stadt Haaga und ein großer Teil der Landgemeinde Helsinki (heute Stadt Vantaa) mit der Stadt Helsinki zwangseingemeindet. Die Einwohnerzahl von Helsinki wuchs um 51.000; die Fläche verfünffachte sich.

Die Eingemeindung von Vuosaari erfolgte 1966 u. a. wegen des geplanten neuen Hafens. Die endgültige Entscheidung über das Bauvorhaben wurde allerdings erst später getroffen und die Fertigstellung erfolgte erst 2008.

Anfang 2009 wurden Teile der Gemeinde Sipoo sowie der Stadt Vantaa eingemeindet.

Dem Krieg folgte eine Phase des Baubooms, welche in den 60er Jahren der Hauptstadtregion den Charakter einer urbanen Metropolregion gab. Die Grenze von einer halben Million Einwohner überschritt Helsinki im Jahr 1965, aber schrittweise verlagerte sich das Bevölkerungswachstum immer weiter weg vom Zentrum hin in die Nachbargemeinden.

Eine Phase von großen städtischen Bauvorhaben erlebte Helsinki in den 70er und 80er Jahren. Viele Neubebauungen entstanden in der Nähe der alten Vorstädte mit einer schnellen Zugverbindung in die Hauptstadt. Eine dicht bebaute städtische Infrastruktur entstand u. a. in den Stadtteilen Malmi, Tapanila sowie in den östlichen Vorstädten.

1982 wurde ein neues Verkehrsmittel in Betrieb genommen. Jahrzehntelang liefen die Planungen für eine teils unter der Erde fahrende Schnellbahn, die den Bus-, Straßenbahn- und Zugverkehr ergänzen sollten. Wie in Paris oder St. Petersburg wird diese Metro genannt. Heute ist die Metro zentraler Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes und transportiert täglich mehr als 140.000 Fahrgäste.

Umzugswelle

In den letzten 20 Jahren hat sich die Bevölkerungsstruktur der Innenstadt stark verändert. Noch in den 70er Jahren wohnten im Zentrum vorwiegend ältere Leute, während Jugendliche und junge Familien Außenbezirke und Vorstädte bevorzugten.

In den 90er Jahren gab es eine große Umzugswelle. In den Vorstädten wurde die Bevölkerung immer älter, weil junge Menschen in neue Wohngebiete zogen. Die Miet- und Wohnungspreise für kleine Wohnungen in der Innenstadt stiegen enorm während des Booms in den 80er Jahren und ebenfalls wieder nach der Rezession in den 90er Jahren.

Helsinki ist schon immer ein Anziehungspunkt für junge Menschen, wie Studenten und Arbeitssuchende, gewesen. Nach dem Krieg sind jedoch viele Menschen allein nach Helsinki gezogen. Fast die Hälfte der Haushalte in der Hauptstadtregion besteht nur aus einer Person.

Internationale und grüne Kulturstadt

Die Globalisierung wurde schon in den 90er Jahren zu einem Leitbild von Helsinki. Seitdem hat Stadt insbesondere in Aspekten wie Imagepflege, bessere Umgebung, Wohnungsstandard und Logistik investiert. Auch die Entwicklung der Kultur zählt zur strategischen Initiative der Hauptstadt; im Jahr 2000 war Helsinki eine der europäischen Kulturhauptstädte.

In den letzten zehn Jahren formulierte Helsinki das Ziel, die Kultur, die Nähe zur Ostsee und die Natur hervorheben. Im Zentrum der Stadt wurden Straßen zu Fußgängerzonen umfunktioniert; neue maritime Wohngebiete entstehen auf ehemaligen Industrie- und Hafengeländen.


07.10.2011





 
   
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